Broschüre 70 Jahre DBwV
alle für uns wesentlichen Handlungsfelder. Dabei stellen wir nicht nur Forderungen, wir haben auch Lösungsvorschläge. Konfliktfähigkeit ist dabei eine zentrale DBwV-Fähigkeit. Für eine Verteidigungs- ministerin der Vergangenheit war der Verband des- halb nicht nur das Salz in der Suppe, sondern auch das stets notwendige Salz in der Wunde. Die Reihe unserer Erfolge über die Jahrzehnte ist zu lang, als dass man sie hier komplett darstellen könnte – abgesehen davon: Klappern gehört zwar zumHandwerk, aber Prahlen passt so gar nicht zum bescheidenen Selbstverständnis des Bundeswehr- Verbandes. Uns geht es um das Große und Gan- ze – dabei stehen aber immer die Interessen der Menschen der Bundeswehr imMittelpunkt. Einige wesentliche Errungenschaften mögen an dieser Stelle exemplarisch für 70 Jahre erfolgreiche Ver- bandsarbeit stehen. Dazu gehört der Beitrag zur Armee der Einheit, die für den Verband nie eine nationale Phrase war, sondern Feld konkreter und nicht einfacher Arbeit. Die Aufnahme einer anderen militärischen Kultur in die eigenen Reihen, die konkrete Vertretung der Interessen der Kameraden der aufgelösten Nationalen Volksarmee, egal, ob sie in den Dienst der Bundeswehr eintraten oder als Ehemalige – all das gehört bis heute zu den großen Beiträgen auf demWeg zur inneren deutschen Einheit. Kurz: Die Gründung des Landesverbandes Ost vor 35 Jahren ist ein Meilenstein, dessen Bedeutung an die der Verbandsgründung vor 70 Jahren heranreicht. Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sind Grund- prinzipien des verbandlichen Handelns. Heute ge- hören Frauen überall in der Bundeswehr zur Nor- malität, doch das war nicht immer so. Ein dickes juristisches, politisches, aber auch kulturelles Brett war zu bohren, bis der Verband im Januar 2000 vor dem Europäischen Gerichtshof die Öffnung aller Laufbahnen der Bundeswehr für Frauen erstreiten konnte. Und ganz durch ist dieses Brett bis heute noch nicht, der DBwV setzt immer weiter nach. Heute auch kaum noch ein Thema, aber dennoch erinnerungswürdig ist die Gleichberechtigung von homosexuellen Kameradinnen und Kameraden im soldatischen Dienst, auch diese musste erst erstrit- ten werden – durch den BundeswehrVerband. Zur vom DBwV begleiteten Modernisierung der Bundeswehr gehört auch das weite Feld der Ver- einbarkeit von Familie und Dienst – für Mütter und Väter. Das gilt für den dienstlichen Alltag ebenso wie für die Gesamtbetrachtung von Einsatz und Karriereplanung. Gerade angesichts des Wan- dels der Bundeswehr hin zur Landes- und Bünd- nisverteidigung ist dies ein Bereich der sozialen Rahmenbedingungen, um den wir uns besonders kümmern. Ein weiterer Schwerpunkt ist seit jeher die Besol- dung und ihr Zwilling, die Versorgung. Das gute Besoldungs- und Versorgungsniveau bei Soldaten und Beamten ist kein Automatismus, sondern das Ergebnis eines fortwährenden Forderns und Ver- handelns mit der Regierung und dem Parlament. Gleiches gilt für die Abbildung der Besonderhei- ten des Soldatenberufs im Besoldungs- und Ver- sorgungssystem. Immer hat der DBwV dabei die Verteidigung dieses Systems gegenüber Begehr- lichkeiten von außen im Blick, heute mehr denn je. 70 Jahre DBwV 7
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