Broschüre 70 Jahre DBwV

13 70 Jahre DBwV in Anspruch nimmt, empfindet man im BMVg als Anmaßung. Minister Strauß verzichtet auf recht- liche Schritte und gewährt dem DBwV einen „Ver- trauenskredit“. Von nun an informiert die Zeitschrift jeden Monat über die verbandspolitischen Forde- rungen, sicherheitspolitische Themen und die Or- ganisation des Verbandes. Am 28./29. Mai 1957 beraten fast 150 Delegierte auf der 1. Hauptversammlung in Köln über die Be- hebung der Wohnungsnot und die Zusammen- führung der Soldatenfamilien, über Fragen der Laufbahn, Besoldung und Beförderungen sowie Fürsorgemaßnahmen. Sie beschließen die erste gültige Satzung und wählen Karl-Theodor Molinari an die Spitze des ersten „regulären“ Bundesvor- stands. Zur 2. Hauptversammlung im August 1958 in der Bonner Stadthalle kann der DBwV Verteidi- gungsminister Dr. Franz Josef Strauß begrüßen. Erste verbandspolitische Erfolge sind die Mitwir- kung an dem Soldatenversorgungsgesetz (SVG) und der Wehrdisziplinarordnung. Die Vorarbeiten des DBwV zum Bundesbesoldungsgesetz bringt das Bundesministerium als Grundlage in die parla- mentarischen Beratungen ein. Der DBwV forderte darin, dass die Unteroffiziere mit ihren Spitzen- dienstgraden in die Besoldungsgruppe des ge- hobenen Beamtendienstes eingereiht werden und gleichzeitig durch entsprechende Dienstgradbe- zeichnung die Geschlossenheit des Unteroffiziers- korps gewahrt bleibt. Dafür sieht der DBwV die Schaffung eines neuen Dienstgrades vor, für den er die Bezeichnung „Hauptfeldwebel“ beziehungs- weise „Hauptbootsmann“ vorschlägt. Am 26. Juli 1957 verfügt der Bundespräsident die Einführung der Dienstgrade und am folgenden Tag wird das Bundesbesoldungsgesetz in Kraft gesetzt. • die künftigen Kameradschaften auf. Dafür opfern sie ihren Urlaub. Der Einsatz des DBwV bei Woh- nungsfragen, für die Trennungsentschädigung, in Versorgungsangelegenheiten, bei Besoldungsver- handlungen und Laufbahnfragen kommt in den Einheiten an. Täglich gehen über 100 Beitrittserklä- rungen sowie zahlreiche Anfragen und Anträge von Einzelmitgliedern in Munster ein. Bereits vierzehn Tage nach der Gründung empfängt Verteidigungs- minister Theodor Blank den Vorstand des Verban- des zu einem ersten Gespräch und sichert ihm die Gelegenheit zu, „vor dem Bundestag und dessen Ausschüssen seine Ansichten durch einen Sprecher vorzutragen“. Am 24. September 1956 erfolgt der Eintrag ins Vereinsregister des Amtsgerichts Bonn. Seit Anfang Oktober 1956 ist der DBwV in der Bun- deshauptstadt Bonn präsent. Die Betreuungsge- meinschaft der Dienstgruppen stellt in den ersten Wochen dem DBwV ihre Räumlichkeiten in der Thomasstraße zur Verfügung. Am 2. November 1956 kann der DBwV endlich eigene Räume in einer Mietwohnung in der Wilhelmstraße 23a un- weit des Bonner Amtsgerichts beziehen. Der Name des im Haus befindlichen Restaurants „Zur letzten Instanz“ wird von den Soldaten humorvoll auf ihre Geschäftsstelle übertragen. Nach zwei Jahren Arbeit unter äußerst beengten Bedingungen auf 100 Quadratmetern erwirbt der DBwV sein erstes eigenes Haus in der Schumannstraße. Am 1. Dezember 1956 erscheint die erste Ausgabe der Verbandszeitschrift in einer Auflage von 75 000 Exemplaren – angesichts der zu dieser Zeit 5403 Mitglieder ein finanzielles Wagnis – auch für den Verleger Lensing. Dass der junge Verband den of- fiziell wirkenden Titel „Die Bundeswehr“ für sich

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