Broschüre 70 Jahre DBwV
VON DER KONSOLIDIERUNG ZUR PROFESSIONALISIERUNG – VOM „KUMMERKASTEN“ ZUM POLITISCHEN AKTEUR 1960– 1969 60ER DER JAHRE Highlights 16 70 Jahre DBwV B undeskanzler Konrad Adenauer soll den Gründern mit auf den Weg gegeben ha- ben: „Wenn Ihr Verband 100 000 Mitglie- der hat, können wir miteinander ins Gespräch kommen.“ Anfang 1963 kann der DBwV mit Fahnenjunker Willemsen sein einhunderttau- sendstes Mitglied begrüßen. Zur Feier seines 90. Geburtstags im Januar 1966 löst Adenauer sein Versprechen ein und empfängt die DBwV-Spitze – nun allerdings nicht mehr als Kanzler. Bereits im Juli 1962 hat Bundespräsident Heinrich Lübke den Bundesvorstand zu einem Gespräch über die sozialen Probleme der Soldaten in die Villa Hammerschmidt eingeladen. Anfang der 60er-Jahre baut der DBwV seine Or- ganisation aus. Um den Mitgliedern des DBwV bedarfsgerechte und preiswerte Dienstleistungen bieten zu können, ruft der DBwV 1960 den Förder- verein ins Leben. Zu seinen Aufgaben gehören die Absicherung beruflich wichtiger Risiken über Versicherungen, Unterstützung in rechtlichen und sozialen Angelegenheiten sowie der Bezug preisgünstiger Waren und Dienstleistungen. Im selben Jahr engagiert sich der DBwV darüber hi- naus als „Geburtshelfer“ bei der Gründung des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr und des Bundeswehr-Sozialwerks. Durch ein „Face- lift“ erhält die Zeitschrift „Die Bundeswehr“ 1961 einen farbigen Umschlag und wird zumMagazin. Die Autoren wagen sich auch an „heiße Eisen“ – mitunter zumMissfallen des Verteidigungsminis- teriums, das dem Blatt mit dem offiziös wirkenden Titel 1962 sogar „Geheimnisverrat“ unterstellt. Eine Akzentverschiebung und inhaltliche Erweite- rung der Arbeit des Verbandes leitet die 4. Haupt- versammlung im April 1961 ein. Weiterhin stehen existenzielle Sorgen und Nöte der Soldaten, vor allem bei der Versorgung der Soldatenfamilien mit Wohnraum, im Mittelpunkt der Verbandspolitik. Die Delegierten blicken dennoch über materielle Eigeninteressen hinaus. Es ist an der Zeit, „auch die ideellen Dinge in die Hand zu nehmen und an der Stärkung des Ansehens der Bundeswehr in der Öf- fentlichkeit mitzuwirken“. Auch wenn das Verhältnis zwischen demMinister und demDBwV nicht immer spannungsfrei ist, erkennt Franz Josef Strauß das Bemühen des Berufsverbandes der Soldaten umdie gesellschaftliche Einordnung, die staatsbürgerliche Haltung und das Berufsethos seiner Mitglieder an. 1963 vollzieht der DBwV den ersten Stabwechsel an der Spitze des Verbandes. ImApril bittet Karl-Theo- dor Molinari den Bundesvorstand, ihn von seinen Aufgaben als Bundesvorsitzender zu entbinden. Das bisherige Ersatzmitglied Heer, Lothar Domröse, übernimmt die Wahrnehmung der Geschäfte, ver- zichtet aber aufgrund seiner dienstlichen Situation zum Bedauern vieler Mitglieder auf eine Kandida- tur für die NachfolgeMolinaris. Die Delegierten der 5. Hauptversammlung entscheiden sich daraufhin im
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