Broschüre 70 Jahre DBwV

17 70 Jahre DBwV Juni 1963 in BadGodesberg für Oberst (ab 1964 Bri- gadegeneral) FriedrichWolfgang „Wolf“ Keilig. Von 1963 bis 1967 führt er den DBwV. In den vier Jahren seiner Amtszeit gelingt es ihm, den DBwV zu festi- gen und die Kontakte des Verbandes in die Politik auszubauen. Die Neuordnung der Soldatenlaufbah- nen, Verbesserungen der Besoldung und Fortschrit- te bei der Lösung des Wohnungsproblems sowie die Reform des Kantinenwesens bilden in diesen Jahren wichtige „Baustellen“ der Verbandsarbeit. Für Konflikte sorgen die letztlich erfolglosen Bestre- bungen der Gewerkschaft ÖTV, Bundeswehrsolda- ten in einer eigenen „Fachgruppe“ zu organisieren. Im September 1965 wird mit dem Vorsitzenden Heer imBundesvorstand, Hauptfeldwebel Hermann Stahlberg, der erste aktive Soldat in den Deutschen Bundestag gewählt. Im Parlament setzt er sich mit Erfolg für ein seit 1962 verfolgtes und heftig um- strittenes Anliegen des DBwV ein: der Entwicklung einer Laufbahn für den „Offizier des Militärfachli- chen Dienstes“ (kurz „FD“ genannt). Fähigen Unter- offizieren soll ein Übergang in die Offizierslaufbahn ermöglicht werden. Nach zähen Verhandlungen wird das Gesetz 1968 beschlossen. Im folgenden Jahr werden die ersten Portepee-Unteroffiziere zu Offizieren des Militärfachlichen Dienstes ernannt. Die Wahl von Heinz Volland auf der 7. Hauptver- sammlung im Juni 1967 markiert den Abschluss der Gründungs- und Konsolidierungsphase und eröffnet ein neues Kapitel der Verbandsgeschichte. Mit Or- ganisationstalent und Verhandlungsgeschick treibt er in seiner 18 Jahre währenden Amtszeit die Professionalisie- rung und Profilierung des DBwV zum si- cherheitspolitischen Player voran und formt den DBwV zum streitba- ren Spitzenverband der Soldaten und gefragten Ansprechpartner der Politik. Vom sich unpolitisch verstehenden Anwalt der sozialen Interessen der Berufssoldaten wandelt sich der DBwV zunehmend zum selbstbewussten Akteur, der sicherheits- und sozialpolitische Debatten anregt und in die Gesell- schaft einbringt. In der zweiten Hälfte der 60er-Jahre ist nicht zu übersehen, dass der DBwV seinMitgliederreservoir ausgeschöpft hat. Nach einer Phase der Stagnation fasst der DBwV neue Zielgruppen ins Auge. Bis da- hin eine Organisation der Berufs- und Zeitsoldaten, wendet er sich der sozial schwächstenGruppe in den Streitkräften zu und öffnet sich 1969 für Wehrpflichti- ge. In der Überzeugung, dass der DBwV die Anlie- gen der Grundwehrdienstleistenden mit erheblich größeremGewicht vertreten kann, schließt sich der Verband der Wehrpflichtigen mit seinen Organen und Mitgliedern dem DBwV an. Der Schriftführer des Bundesvorstandes, Oberfähnrich Heidemann, wird zum ersten Verbandsbeauftragten für Fragen der Wehrpflichtigen berufen. Auf der anderen Seite übernimmt der DBwV zunehmend die Interessen- vertretung der aus dem aktiven Dienst ausgeschie- denen Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit. •

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